Der olle Prinz und sein Gaul.

Seit es Burgtürme gibt, warten Frauen auf ihren Prince Charming, der auf einem weißen Ross zu ihrer Rettung herbeieilt. Im fliegenden Galopp, die Hand mit dem Schwert zum Angriff erhoben, die Schärpe verwegen im Wind wehend.

Ich habe dieses Bild gerade selbst noch benutzt. Ok, in leicht abgeänderter Form, aber die Grundidee sitzt in den Köpfen aller Mädchen irgendwie irgendwo fest. Aber wieso eigentlich? Nehmen wir nur mal Aschenputtel: Da läuft der Königssohn dem armen Mädchen an drei Abenden in Folge willenlos hinterher und am Ende braucht der Junge doch einen Schuh, um sie zwischen ihren hässlichen Stiefschwestern wiederzuerkennen? Die Märchenvorlage einer durchzechten Nacht in einem schäbigen Tanzschuppen. Jacob und Wilhelm haben da schon ein sehr merkwürdiges Menschenbild in ihrer Sammlung zusammengetragen.

Niemand kann ehrlich von sich behaupten, dass Äußerlichkeiten total egal sind. Aber auf so einen aalglatten Prince Charming warten? Ecken und Kanten sind toll, mit ihnen bleibt ein Mensch im Gedächtnis hängen. Und da drunter darf dann der Grund kommen, wieso man diesen einen Menschen genau so akzeptiert und liebt. Und mal ganz ehrlich: Wer von uns hat Platz für ein Pferd?

“Men learn to love the woman they are attracted to. Women learn to become attracted to the man they fall in love with.” ― Woody Allen

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