Dumme Fragen.

Wie sagt man so schön: „Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.“ Was für ein Blödsinn. Natürlich gibt es saudämliche Fragen. „Ist Butter pflanzliches Fett?“ Klar, dafür werden Butterblumen von Hand bei Vollmond gemolken. Oder Menschen, die beim Filmgucken ständig nerven müssen: „Wer ist das? Was macht der da? Was kommt jetzt?“ Momentchen, ich les die Antworten schnell im Kaffeesatz nach.

Meine allerliebste Frage ist aber schon seit ein paar Monaten das allgegenwärtige „Warum hast du eigentlich keinen Freund?“. Interessanterweise fragen das genauso oft Männer, wie Frauen. Ist das Small Talk? Falls ja, wieso hat mir niemand Bescheid gesagt, dass man sowas heutzutage schon direkt nach den üblichen Kennenlernfloskeln fragen darf? Oder ist das verstecktes Interesse? Falls ja, wieso fragt man nicht stattdessen, wie es um ein gemeinsames Kaffeetrinken zu zweit gestellt wäre? Oder wird man jetzt schon so genau abgecheckt? Falls ja, wo bleibt denn da der Reiz des Kennenlernens, wenn man direkt Listen mit den Vor- und Nachteilen der Person zugesteckt bekommt? Und wieso fragen Frauen das auch? Aus Angst vor einer Männerdiebin? Oder sind die auf der Suche nach einer total genialen Antwort, die sie zukünftig selber benutzen können?

Sicherlich ist das irgendwie schon ein Kompliment. Aber das kann man doch auch eleganter lösen. Ich wüsste auch gar nicht, was eine gute Antwort auf diese Frage wäre. Ein simples Schulterzucken kommt komisch an. Eine zusammengestotterte Erklärung kann eigentlich nur überheblich klingen. Außer man möchte sich selbst direkt am Anfang schon bloßstellen und seine Schwächen offenbaren. Vielleicht reagiere ich demnächst auch einfach mit „Ich habe ehrlich auf die Frage geantwortet, warum ich eigentlich keinen Freund habe“.

4 Gedanken zu „Dumme Fragen.

  1. Das ist summa summarum auch einfach eine Respektlosigkeit, als ob es eine Behinderung wäre, alleine zu sein. Wobei man ja bei Pärchen meist Respekt zollt und nicht entsprechend fragt, ob jemand alleine nicht besser unterwegs sein. Und ich kenne mehr Leute, denen das gesagt werden müsste.

    Mein Endzwanziger-Single-Ich hat es damals echt verwundert, dass einige Frauen dieses Hollywood-Prinz-kommt-vorbei und alles ist perfekt und er wird nicht die Bohne an mir rummäkeln verinnerlicht hatten. Sowas will man ja so wenig wie Frauen, die 10jährige Beziehungen hinter sich haben und als erstes damit ankommen, wie es denn damit stünde, in den nächsten 2 Jahren ein Haus zu bauen.

    Man muss es auch einfach genießen können, eigenen Anspruch bei der Partnerwahl zu haben, und nicht jeden Dödel anzunehmen, nur weil man keine 17 mehr ist. Eine Freundin, auch schon 35, meinte letztens zu mir, ein Möchtegernpartner müsste z.B. mindestens englisch können. Klingt irgendwie verständlich.

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