Gewinnspiel Faber-Castell

Mein erstes Rentnerhobby: Gewinnspiele.

Es gibt so viele wunderschöne Rentnerhobbys: Kreuzworträtsel, Aqua Fitness, die Rasenkante nachziehen, Falschparker aufschreiben oder einfach nur mit den Händen hinter dem Rücken spazieren gehen. Ich führe bereits eine Liste fürs Alter und freue mich jeden Tag ein wenig mehr auf den Renteneintritt im Dezember 2053.

Seit ein paar Wochen bin ich etwas anderem verfallen: Den Gewinnspielen. Ich erinnere mich noch daran, dass ich als Kind auch schon mal hin und wieder eine Postkarte an die 5000 Köln schicken durfte, um irgendeinen supertollen Preis abzusahnen. Ganz oft musste ich dafür erst noch etwas malen oder eine wirkliche schwierige Rätselfrage lösen. Ich habe auch tatsächlich irgendwann Eintrittskarten für die Sauerländer Karl-May-Festspiele gewonnen. Das war super. Und wenn meine Eltern nicht aufgepasst haben – was bei zwei Berufstätigen recht häufig der Fall war – rief ich auch schon mal bei Hugo an. Kennt ihr noch die Hugo Show mit dem komischen Kobold? Man selber war ja immer viel klüger und besser aus diese ganzen anderen Anrufer. Durchgekommen bin ich aber leider nie. Schade eigentlich.

Heute geht das alles viel einfacher. Kurz ein Formular im Internet ausgefüllt und mit etwas Glück setzt man sich gegen 8.793 andere Personen durch, die denselben Einfall hatten. Das klappt auch gar nicht mal so schlecht, in den letzten paar Wochen es immerhin schon einen Philips Staubsauger mit Wischfunktion, ein Mal- und Bastelset von Faber-Castell und einen 200€-Etsy-Gutschein. Da ich meistens doch zu geizig für Deko und Tand bin, hat mich gerade der Gutschein sehr, sehr glücklich gemacht. Bye bye Ikea Lack, endlich gibt es einen gescheiten Wohnzimmertisch.

Ich möchte euch übrigens eindringlich davor warnen, nun auch auf diesen Trichter zu kommen und mir den Urlaub in Neuseeland oder die KitchenAid vor der Nase wegzuschnappen. Ich behalte das im Auge!

So ein Hobby kann übrigens auch ein echter Lebensretter sein: Während das Paket mit meinen Kaffeekapsel seit drei Tagen von DHL morgens ein- und abends unverrichteter Dinge wieder ausgeladen wird, kam gestern ein Schächtelchen mit Proben von Melitta bei mir an. Ich mache nämlich neuerdings parallel auch noch in Produkttests. Innerhalb der nächsten vier Wochen schreibe ich im Gegenzug mein Feedback in irgendeine Kommentarspalte, fülle einen Abschlussbogen aus und habe dafür Sonntagmorgen Kaffee im Haus.

Und danach schreibe ich – mit wachem Blick – Falschparker auf.

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