„Nichts.“

„Was ist los mit dir?“ – „Nichts.“ Was eigentlich so viel heißt, wie „Hör auf zu fragen, wenn ich darüber sprechen wollte, würde ich von mir aus schon den Mund aufmachen. Also ignoriere bitte mein Verhalten und lass mich in Ruhe mein Fort aus Pappkartons zuende bauen, in dem ich mich vor dir und dem Rest der Welt verstecken kann.“ Aber „Nichts.“ ist so viel bequemer. Und wahr. Denn eigentlich ist „Nichts.“. Die Arbeit ist nicht anstrengender als noch vor zwei Wochen, die Menschen nicht blöder, das Wetter sogar viel besser. Trotzdem nervt alles.

Frühjahrsmüdigkeit. Mir ist so, als hätte ich da letztes Jahr schon drüber geschrieben und nun finde ich es nicht mehr. Vielleicht brauche ich auch nach zehn Wochen durchpowern einfach mal einen freien Tag außerhalb des Wochenendes. Denn gerade fühle ich mich, wie Spiderman auf dem Lande: Aufraffen, Anlauf nehmen, den Sprung wagen, ins „Nichts.“ fallen. Wäre das hier ein Videospiel, hätte ich schon längst frustriert den Controller durch’s Wohnzimmer gepfeffert.

Ist es aber zum Glück nicht. Dennoch werden die kommenden Monate meinen Gesundheitsbalken wieder auffüllen müssen. Dafür weiß ich, dass das nächste Level viel weniger „Nichts.“ haben wird und stattdessen viele Dinge, die Halt bieten. Wollen wir mal hoffen, dass ich mit meinem Talent zur Selbstzerstörung dann nicht mit Schmackes vor irgendeine Wand springe.

Und wenn ich einmal traurig bin, denk ich an dieses GIF.

Es frühlingt!

Die Nase juckt, die Vögel zwitschern und der Kollege stellt sich in die Sonne, reißt die Jacke auf und „macht uns den Pelikan“. Das werde ich bei Gelegenheit sicherlich mal adaptieren und euch vorführen. Also dem Teil von euch, welcher das Glück hat, mich während der Sommermonate in Natura bei sich haben zu dürfen. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: Mein Bürobäcker hat seine Grünkohlstullen aus dem Programm genommen. Aber vielleicht kommt da ja bald was neues nach. Melonenmuffins oder Rhabarberrippchen oder so.

Aber egal, denn nun beginnt die schöne Jahreshälfte. Schalalalalaaa. Selbige wird morgen hoffentlich mit dem ersten Freiluftbierchen der Saison eingeleitet. Und dann tickt die Uhr noch etwas weiter und schon kann man auch wieder draußen rumlungern und etwas sinnvolles mit seinem Feierabend anstellen. Nach ein paar Wochen ist eventuell sogar der Hinternabdruck aus dem Sofa verschwunden. Da werde ich fast ein wenig sentimental, aber man braucht ja auch Herausforderungen für den nächsten Herbst. Bis zu welchem es noch Ewigkeiten hin ist. Wir wollen ja mal nicht über ungelegte Eier schreiben.

Apropos Eier. Selbige aß ich vorhin erstmals dieses Jahr an der frischen Luft auf des Bürobäckers Terrasse. Ein Spiegelei, sunny side up. Wie äußerst passend. Denn so ist hoffentlich auch die Fahrtrichtung meiner Laune. Weg von Grumpy Anna und hin zum fröhlichen Blumenkind. Ich werde barfuß durch ein Meer von Gänseblümchen laufen, Pirouetten drehen und dabei Walking on Sunshine singen. Oder so. Vielleicht passiert das aber auch nur in meinem Kopf und ich halte einfach nur mein sommerbesprosstes Gesicht in die Sonne und genieße diese.