Anna in Wonderland

Mein abendlicher Stuhlkreis: Gruppentraining sozialer Kompetenzen.

Mrz
14

Als meine Therapeutin kurz vor Weihnachten mit dem Flyer wendelte, dachte ich erst, sie wolle mich auf den Arm nehmen. Oder kannte sie mich nach fast neun Monaten Therapie wirklich so schlecht? „Eine Kollegin von mir veranstaltet ab Januar wieder ein GSK, ein Gruppentraining sozialer Kompetenzen. Vielleicht wäre das ja was für Sie?”

Gruppentraining? Ich? Das passt ungefähr so gut zusammen, wie Bielefeld und Karneval. Da sträubt sich jede Faser meines Körpers gegen. Das klingt nach Gruppenarbeit (fürchterlich), Rollenspielen (noch fürchterlicher) und fremden Menschen in großer Runde von seiner bedauerlichen Existenz zu erzählen (am allerfürchterlichsten). „Hallo, mein Name ist Anna und ich bin sozial nicht so richtig dolle kompetent.“ Eigentlich wie bei den anonymen Alkoholikern. Wären da nicht diese lustigen bunten Kärtchen auf die man mit bunten Filzstiften schreibt, wann man zwischenmenschlich bei sich so richtig schwarz sieht.

Ich saß also in der Adventszeit in meiner kleinen, gemütlichen Singlewohnung und starrte diesen Flyer an. Ziemlich gemein von denen, so etwas vor Weihnachten zu verteilen, wenn sich der soziale Krüppel gerade besonders sozialkrüppelig und einsam fühlt. Was hatte ich schon zu verlieren? Und so drückte ich in den nächsten Woche einer ziemlich verdutzten Therapeutin meine Anmeldung in die Hand. Scheinbar hatten wir beide nicht geglaubt, dass ich das auch nur kurz in Erwägung ziehen würde.

„Hallo! Ich freue mich darauf, Sie auf 23.1. in der Gruppe für soziale Kompetenzen kennenzulernen.“ Oh Graus, da war sie, die Zusage für den Platz in der Gruppe. Per SMS, wie man das heutzutage halt so macht. Insgesamt acht Sitzungen am Montagabend warteten nun also auf mich. Ich würde sogar noch 20 Euro dafür zahlen, dass sie mich dort quälten. Aber kneifen wollte ich jetzt auch nicht mehr.

Ich werde der Versuchung widerstehen, auf die rund 10 Mitglieder meines kleinen, allwöchentlichen Stuhlkreises allzu ausführlich einzugehen. Schweigepflicht und so. So viel kann ich verraten: Für einen Haufen Menschen mit ähnlichen Problemen hatten wir aber mal so überhaupt gar nicht gemeinsam. 

Unterschiedlich hübsch oder hässlich, still oder laut, mit Familie zuhause oder im Stillen ziemlich einsam. Das eine Mädel so schüchtern und leise, dass man sie die ersten Wochen kaum verstand. Der Andere sehr laut und rüpelhaft mit wenig Einfühlungsvermögen. Nach dem wird bestimmt mal der Abstand zwischen zwei Fettnäpfchen benannt. Und dann natürlich noch ich, die immer wieder aufs Neue davon überrascht wird, wenn Menschen sie mögen.

Ja, wir haben die Ergebnisse unserer Gruppenarbeiten auf lustige, bunte Kärtchen geschrieben. Wir haben sehr viele Rollenspiele gemacht und auch ein klein wenig aus unserem Leben erzählt. Aber es war nicht schlimm. Denn ausnahmslos jeder fand diese Sachen doof und hat sich auch getraut, das offen zu zeigen.

Sicherlich hat uns allen geholfen, dass wir eine sehr junge, lustige und offene Therapeutin hatten. Mir hat sie alleine dadurch schon einige Hemmungen genommen. Obwohl es mir generell wenig Angst macht, vor anderen etwas aufzuführen und das Wort zu ergreifen. Ich mag es nur einfach nicht. Aber da ich betretenes Schweigen noch viel weniger mag, wurde ich gleich in der ersten Woche zu einer Art Alphaweibchen. Wenn sich keiner traut, dann fängt halt Anna an. Irgendeine Dumme findet man halt immer.

Doch so ungerne ich das alles gemacht habe, so viel hat es mir am Schluss gebracht. Alleine schon in einer Gruppe zu sein, in der ich von allen die meiste Redezeit hatte, war für mich eine ganz neue Situation. Fast hätte ich geschrieben, dass ich ausnahmsweise mal die Lauteste war, aber das stimmt nicht. Stattdessen wurde mir beigebracht, ruhig mal lauter zu sprechen, ich wäre doch sehr leise. Liebe Leute außerhalb des Internets: Warum sagt ihr mir das denn nicht?

Zurück zum Thema. Laut GSK gibt es – abgesehen von der Kraft meiner Stimme – drei Baustellen im Sozialleben:

  • sein Recht durchsetzen
  • selbstsicheres Verhalten in Beziehungen zeigen
  • Sympathie gewinnen

Herzstück der Gruppentherapie war eine Liste verschiedener Situationen aus den unterschiedlichen Themenblöcken, aus der sich jeder mal eine Geschichte aussuchen durfte. Aufgeteilt in zwei Gruppe gab es leider keine Chance, sich zu drücken und so durfte auch ich gleich vier Geschichten mit der Therapeutin vorturnen:

  • den zu nachtschlafender Zeit lärmenden Nachbarn zum Schweigen bringen
  • den Partner wegen einer unangenehmen Stichelei zur Rede stellen
  • nach dem Umzug in eine fremde Stadt jemanden im Café ansprechen
  • einen Freund auf eine störende Unart hinweisen

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber ich fand diese Trockenübungen echt total hilfreich. Wann hat man sonst die Chance, Lob und Kritik für sein Verhalten zu bekommen und es danach einfach noch einmal auszuprobieren? Wenn ich mich mit jemandem streite, dann sagt der am Schluss schließlich nicht: „So, und jetzt versuchen wir die ganze Diskussion noch einmal von vorne. Achte etwas besser auf deine Körperhaltung und sag mir ruhig schon zwei oder drei Sätze früher, was du von mir erwartest. Der Rest war sehr souverän.“

Auch der Umstand, dass wir so völlig verschiedene Charaktere waren, hat mir persönlich sehr geholfen. Denn so konnte immer derjenige wirklich gute Tipps geben, dem die jeweilige Situation nicht ganz so schwer fällt. Im Gegenzug machte es mich auch ziemlich stolz, wenn ich jemandem einen Tipp gegeben habe und der- oder diejenige hinterher meinte, dass die Situation plötzlich viel einfacher war. Voll gut.

Daher kann ich jedem nur empfehlen, ein solches GSK auch einmal auszuprobieren, wenn sich die Gelegenheit bietet. Diese Übungen und das Feedback der anderen im Stuhlkreis geben einem tatsächlich eine Sicherheit, die zumindest ich in der Einzeltherapie nicht gefunden habe. Man merkt plötzlich, dass man mit seinen Problemen wirklich nicht alleine ist und bekommt die Chance, Fremd- und Selbstwahrnehmung neu auszubalancieren.

Das kleine Arschloch namens Angst.

Nov
01

Morgen ist mein dritter erster Arbeitstag innerhalb von gerade einmal 13 Monaten. 13 Monaten und einem Tag. Nun sitze ich hier vor meinem Blog, um mich irgendwie vor dem längst überfälligen Anruf bei meiner Mutter zu drücken. Denn die wird mich ganz sicher fragen, ob ich mich denn schon auf morgen freue. Und ich werde ihr ganz sicher antworten, dass ich natürlich schon sehr aufgeregt bin. Was stimmt, aber was ihre Frage nicht beantwortet.

Ich sollte mich freuen. Endlich darf ich wieder das machen, worin ich gut bin. Es warten neue Aufgaben auf mich, von denen ich weiß, dass sie mir Spaß machen. Die Vorgesetzten scheinen nett zu sein und der Laden solvent. Wenn alles gut läuft, habe ich mehr Verantwortung, mehr Geld, mehr Freiheiten. Alles prima. Doch dann flüstert mir diese Stimme ins Ohr: „Weißt du noch, wie vorfreudig du letzten Herbst warst, als du den Job bei der Agentur bekommen hast? Und was dann passiert ist?“ Ja, das weiß ich noch. Arschloch.

Ich habe damals von spannenden Kunden und tollen Projekten geträumt. Die hatte man mir schließlich versprochen. Was ich bekam, waren finanzielle Sorgen und ein Burnout nach gerade einmal vier Monaten. Kann ja mal passieren.

Da der hiesige Stellenmarkt vollkommen überlaufen ist mit Menschen, die auch gerne Marketingmärchen erzählen, saß ich ab April drei Monate lang untätig auf dem Sofa. Auf den ersten Blick klingt das ziemlich geil: Drei Monaten machen können, was man möchte. Im Grunde ist das Urlaub. Hab ich immer gedacht. Bis ich merkte, dass man in so einer Phase die freie Zeit nicht nutzt, um die Welt zu entdecken, sich mit Menschen zu verabreden und das Leben zu genießen. Vielmehr schaut man der Staubschicht auf Heizung beim Wachsen zu und zählt die Flecken auf dem Teppich. Den man eigentlich mal wieder saugen könnte, aber warum heute, man muss sich ja schließlich auch noch eine Aufgabe für morgen aufheben.

Plötzlich kam ganz unerwartet ein Anruf, ob ich mir vorstellen könne, für vier Monate für deren erste Wahl zu überbrücken. Möglichst schon ab der kommenden Woche. Ich wusste vorher, dass es nicht meine Wunschlösung sein würde. Hey, aber immer noch deutlich besser, als zuhause vor die Wand zu gucken. Und es war ok. Aber ein ziemlich seltsames Gefühl, wenn man quasi nur zu Besuch ist. Man ist von Beginn an damit beschäftigt, die nötige Distanz zum Unternehmen und den Kollegen aufzubauen, damit der Abschied nicht so schlimm wird. Welchen ich jetzt auch schon wieder hinter mir habe.

Kinners, wie die Zeit vergeht.

Morgen startet nun also der 3. Versuch.

Ich vorher aber noch dieses kleine Arschloch namens Angst, dass mir ständig ins Ohr flüstert, irgendwie in seine Schranken weisen. Klar, wenn die Vorfreude nicht zu groß ist, ist die Enttäuschung hinterher auch kleiner. Klingt erst einmal logisch. Diese Einstellung ist aber überall ein riesiges Hindernis. Sie bremst mich aus: in meiner Arbeit, in Freundschaften und Beziehungen. Also muss die weg. Die Stichprobe ausweiten und mal Leute mit reinnehmen, die seit Jahren glücklich in ihrem Job sind. Und wie groß ist schon die Wahrscheinlichkeit, dass ich jetzt erneut so tief in die Scheiße greife?

Das Glückstagebuch.

Mai
06

Ich möcht‘ ein Glücksbärchi sein, das wäre wunderbar! Ein Glücksbärchi sein, das ist doch sonnenklar! Und nun seid ihr wahrscheinlich froh, dass ich keinen Podcast mache und euch nichts vorsingen kann. Bin ich auch. Aber das war mein erster Gedanke, als mir meine Therapeutin auferlegte, als Hausaufgabe ein Glückstagebuch zu führen. Ja, auch bei mir ging bei dem Begriff erst einmal die Augenbraue in die Höhe. Ein Glückstagebuch. Was sollte da als Nächstes kommen? Ein Mandala? Oder gar eine Traumreise? Bitte, BITTE nicht.

Beides kam zum Glück nicht. Noch nicht. Ähm. Jedenfalls wurde mir in diesem Moment wieder bewusst, dass ich da einem Mädel gegenüber sitze, das frisch aus der Uni kommt. Was ja auch mein Wunsch war. Ich wollte keine Therapeutin mit Traumfängern und Zimmerspringbrunnen aus Salzkristall, der ich die für mich wichtigen Dinge – wie Festivals, Twitter oder meinen Job im Online Marketing – erst einmal lang und breit erklären muss. So etwas ist echt viel wert. Aber man wird natürlich auch mit Therapieformen konfrontiert, die gerade in der aktuellen Fit for Psychotherapie als heißer, geiler Scheiß vorgestellt wurden. Augen zu und durch.

In mein Glückstagebuch sollte ich nun mindestens einmal am Tag aufschreiben, was mir an diesem Tag Freude bereitet hat. Egal was. Ob ich mich beim Fernsehen darüber beömmelte, dass das kleine Elefantenmädchen kopfüber in den Schlamm purzelte oder ob mir das Finanzamt Geld schenkte. Alles Schöne soll notiert werden. Das klingt jetzt erst einmal machbar. Wenn da nicht dieses verflixte Jahr 2016 wäre.

2016 ist das Jahr, in dem der (Ex-)Chef zum arroganten Arschloch mutiert, das die Gehälter nicht zahlt. In dem der Bruder mit Verbrennungen ins Krankenhaus geflogen wird und noch in derselben Woche der Hund der Eltern eingeschläfert wird. 2016 ist bisher eher so der Trump unter den Jahren. Und wenn keine Katastrophe passiert, plätschert es so vor sich hin. Dann nimmt man abends sein Glückstagebuch in die Hand und merkt, dass man eigentlich gar nichts gemacht hat, was irgendwie schön war. Es lief irgendetwas im Fernsehen, aber keine Ahnung, was genau. Es gab etwas zu essen, weil man halt essen muss. Alles nicht schlimm, aber mehr so der Butterkeks unter den Tagen.

Aber das ist wohl ok. Im Glückstagebuch darf auch mal stehen „Der Tag war nicht schlecht“. Wurde mir gesagt. In Ostwestfalen ist das schließlich schon ein Lob. Ich weiß ja auch, dass andere Tage das wieder ausgleichen können. Und wenn man dann den ersten Nachmittag auf dem Siggi verbracht hat, mit Sonne, Bier und Menschen, die einem guttun, hat man plötzlich wieder reichlich Stoff für den Tagesbericht. Hoffentlich muss ich nicht als Nächstes ein Haushaltsbuch führen, dann komme ich nämlich echt in die Bredouille.

Sollbruchstelle oder soll sie nicht.

Nov
16

Ich bin – zugegeben – nicht gerade die geschickteste Person auf diesem Planeten. Meine Art der Essenszubereitung würde eine Frauenzeitschrift wahrscheinlich mit „Bück dich, du Sau – Spielend 50 Kniebeugen in den Alltag integrieren“ betiteln. Weil bei mir in der Wohnung Katzenhaltung leider verboten ist, muss ich die Sachen halt selber vom Schrank schubsen. Doch wer nun glaubt, die Schwerkraft wäre mein größter Feind, der irrt. Mein größter Feind sind Sollbruchstellen.

Sollbruchstellen sollen uns dabei helfen, zusammenhängende Teile ohne Zuhilfenahme von Messer, Schere oder Kettensäge an einer zuvor festgelegten Stelle voneinander zu trennen oder diesen Gegenstand leichter zu öffnen. Dafür haben diese Dinge entweder eine Perforation oder eine Einkerbung. Klingt im ersten Moment total praktisch. Und nun denken wir mal alle an unseren letzte Kampf mit einer Konservendose mit Aufmachnupsi. Da müsste die Sollbruchstelle eigentlich an dem Punkt sein, wo sich das vordere Ende des Nupsis in den Deckel drückt. In Wahrheit gibt es aber in jeder Konservendosenfabrik offensichtlich eine Maschine, die Chargen mit der Sollbruchstelle direkt an der Nupsi-Aufhängung produziert. Ehe man sich versieht, hat man diesen dann plötzlich in der Hand und sucht fluchtend nach dem Dosenöffner.

Ein anderes Beispiel ist Schokolade. Eine durchschnittliche Tafel Milka-Schokolade besteht aus 24 angedeuteten Stücken, bei Ritter-Sport sind es 16. Das ist ganz gut, wenn man die Tafel unter mehreren Personen (Kindern) gerecht aufteilen möchte oder wenn man wie ich total auf Symmetrie steht. Anders als bei Obst, M&Ms oder Chips muss man hier nicht nach Schönheit, Größe und Farbe sortieren, sondern kann einfach drauf losessen (ok, die Randstücke immer zuletzt, aber das versteht sich hoffentlich von selbst). So die Idee. In der Realität bricht die Schokolade aber sowieso da, wo sie möchte. Oder habt ihr schon einmal Toblerone gegessen, ohne euch dabei zwei bis fünf Finger zu brechen? Dennoch, nur Tiere und Sigmar Gabriel essen Schokolade so, wie die Frauen in der Werbung:

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Sollbruchstellen sind allgegenwärtig. Auf Briefbögen mit Fahrkartenabos. Zwischen Fruchtzwergebechern. Und vergessen wir bloß nicht den Aufreißnippel an manchen Milchtüten. Hat schon einmal irgendjemand von euch an diesem Plastikring gezogen, ihn nicht direkt abgerissen UND ist dabei fleckenfrei geblieben? Dann Glückwunsch: Du gehörst zu 0,01% der Bevölkerung und bist wahrscheinlich hochbegabt. Es mag eine Nischenbegabung sein, aber sehr viele Menschen werden dich darum beneiden.

Erst heute Nacht versuchte ich minutenlang, eine Ibuprofen 400 in der Mitte zu teilen. Das hat mich so sehr aufgeregt, dass im am Ende doch beide Hälfte genommen habe. Wahrscheinlich ist das auch das Ziel der Industrie: Eine Teilbarkeit zu simulieren. Nicht grundlos hat man bei der Schokolade gleich vier Stücke in der Hand, wenn man sich eigentlich nur eins abbrechen wollte. Sind wir mal ehrlich: Die restlichen drei Stücke kann man dann ja auch schlecht wieder zurücklegen, das wäre denen gegenüber nicht fair.

Oh…

Jun
18

„Oh…“, sagte sie. Meine Therapeutin. Bei der ich sitze, weil sich mein Kopf immer das allerfurchtbarste ausmalt, wenn es darum geht, was mein Gegenüber gerade über mich denkt. „Oh…“.  Ich sagte ihr, dass mein Kopf das immer tut und sie sagt „Oh…“. Und mein Kopf übersetzt es mit „Du lieber Himmel, das arme Mädchen, das ist nichts mehr zu machen“. Das ist natürlich Blödsinn, aber mein Kopf ist da sehr stur in seinen Ansichten.

Ich riss zum Therapiebeginn die Klappe sehr weit auf. Vier Wochen später war der Spuk dann aber auch schon wieder vorbei. Wahrscheinlich bin ich zu ungeduldig. Aber ich kann nicht 50 Minuten lang zwischen Büchern, Salzkristallen und Traumfängern sitzen und im kleinsten Detail ausleuchten, wieso ich am St. Nimmerleinstag lieber alleine Mittagessen wollte statt mit den Kollegen. Um dann am Ende zu hören, dass ich mich da nicht so abkapseln soll. Nee, so nicht. Ich habe keine Angst vor Menschen, ich weiß ganz genau, wie ich mich da anschließlich könnte. Ich will nur manchmal einfach lieber alleine sein.

Tja nun, vielleicht halte ich das nächste Mal einfach die Finger still, denn einen neuen Versuch wird es irgendwann geben. Und dann behalte ich es möglicherweise erst einmal für mich, bis es das erste Mal „Klick“ gemacht hat. Oder „Peng“. But there’s one sound that no one knows: What does the brain say? „Ring-ding-ding-ding-dingeringeding…“ Oder so ähnlich. Manchmal klingt es ja tatsächlich so.

Coverriculum Vitae.

Mai
27

Eure gute Cover ist kein Bewerbungsguru. Nee nee. Neeeee. Gott bewahre. Aber wenn ich mir mal überlege, wie oft ich in den letzte neun Jahren (Abi 2006 – 13 Jahre Warten auf Freitag) meine Bewerbungsunterlagen aktualisiert habe, dann wird mir schon ein bisschen schwindelig. Und es ist vollkommen egal, ob man sich zuletzt vor zwei Minuten, zwei Monaten oder vor zwanzig Jahren irgendwo beworben hat: Das Zeug muss immer noch einmal komplett auseinander genommen werden.

Jedes. Verdammte. Mal.

Schritt 1: Wo war denn nur der Lebenslauf?

Am einfachsten wäre es ja, wenn man seinen alten Lebenslauf einfach nur noch mal fix aufpolieren müsste. Aber der ist unter Garantie nicht auffindbar. Verschickt, abgespeichert, schnell ’ne Tasse Kaffee geholt und weg ist das Ding. Pfutschikato. Läuft wahrscheinlich mit der verschollen geglaubten zweiten Socke händchenhaltend in den Sonnenuntergang.

Schritt 2: Finde heraus, als was du gerade arbeitest

Man verbringt so um die 225 Tage im Jahr auf der Arbeit, acht Stunden am Tag und das in meinem Fall seit drei Jahren. Und nun soll die Quintessenz dieser Rolle als AvD in drei bis fünf Zeilen passen. Manchmal wäre ich in solchen Momenten gerne auf dem Bau beschäftigt: Hallo, ich bin Baggerfahrer und kann Bagger fahren und ganz, ganz tiefe Löcher baggern.

Schritt 3: Formatiere dich um den Verstand

Egal was du tust, der Lebenslauf wird immer zwei Zeilen zu lang sein, um auf eine Seite zu passen. Während man im Studium immer schön die Ränder und Zeilenabstände so eingestellt hat, dass aus sieben Seiten Text die geforderten fünfzehn wurden, muss man dieses wertvolle Können nun andersherum unter Beweis stellen. Achtung: Dies rechtfertigt dann auch ein „fortgeschritten“ hinter der Frage nach den Office-Kenntnissen.

Schritt 4: Einmal recht freundlich

Natürlich darf ein Bewerbungsfoto bei der ganzen Sachen überhaupt keine Rolle mehr spielen. Niemals. Das wäre ja vollkommen ungerecht und ganz und gar oberflächlich. Pfui. Aufschrei. Aber irgendwie kann man es den Personalern auch nicht verübeln, wenn die zumindest einen ersten Eindruck haben möchten. Da ist es übrigens unfassbar hilfreich, wenn man mal fix die Mutter aus der besten Aufnahme des Familienshootings herausretuschieren kann. Denn wie wusste die schon stets besser zu wissen: Das Leben ist für die beschissen, die sich nicht zu helfen wissen.

Schritt 5: Wer bin ich – und wenn ja wie viele?

Was zur Hölle zeichnet mich eigentlich aus? Teamgeist? Schnelle Auffassungsgabe? Ehrgeiz? Alles Floskeln. Es wird niemand in seine Bewerbung schreiben, dass er Menschen total kacke findet und seine Arbeitszeit auf Twitter verbringt. Also wenn ich’s mir recht überlege… beim Kinderturnen würde ich durchaus durch eine ganz passable Rolle vorwärts positiv hervorstechen. Und ich kann die Zunge rollen. Naja, zur Hälfte. Ich kann außerdem recht gut backen. Das könnte beim potentiellen neuen Chef schon eher ziehen. Der Rest wird halt aus der Annonce abgeschrieben, die müssen schließlich wissen, wie ich sein soll.

Schritt 6: Kill your darlings

Interessiert die das alles jetzt wirklich? Beim letzten Mal war doch noch das superduperdolle Masterstudium das Argument für alles und nun hat sich das ganz hinten auf den Lebenslauf verkrümelt. Ich soll mit meinen 28 Lenzen ja sowieso bereits 29 Jahre Praxiserfahrung verweisen können und dann darf das Anschreiben auch so aussehen. Das teure Studium verkriecht sich zur Grundschule auf die Reservebank und Hobbys hat man ja eh schon seit Jahren keine mehr.

Schritt 7: Äh, wohin eigentlich?

Also idealerweise kommt Schritt 7 natürlich ganz am Anfang, aber das hätte den Spannungsbogen zerstört. Aber es ist auch ein ganz wichtiger Gedanke für die Individualisierung des Anschreibens, denn jede Firma möchte ganz gerne glauben, dass man sich nur bei ihnen beworben hat. Weil sie so unfassbar toll sind und so sympathisch rüberkommen und die Produkte einfach weltklasse sind und man von der nächsten Klippe springen wird, wenn sie einen nicht nehmen. Zum Glück sind Klippen in Bielefeld eher Mangelware.

Schritt 8: Wer hat denn den Kappes verzapft?!

Korrekturlesen. Ganz, ganz, ganz wichtig. Am besten lässt man wirklich noch mal jemanden draufgucken. Denn spätestens nach dem dritten Satz wird einem schlagartig bewusst, dass man sämtliche Grammatikkenntnisse gleich zu Beginn verloren hat. Zusammen mit der aktuellsten Version vom Lebenslauf.

Schritt 9: Abschicken o/

Es ist vollbracht! Leicht geflickt, ein bisschen angsteinflößend und mit wenig Hirn, aber Frankensteins Monster hat es ja auch irgendwie durch den ersten Testlauf geschafft. Nun muss man es nur noch hinbekommen, die ganzen Unterlagen auch dem richtigen Empfänger zuzuordnen, damit man  am Ende nicht doch noch mit Mistgabeln und Fackeln durchs Dorf getrieben wird. Bei Bewerbungen in ostwestfälischen Randgebieten (Dornberg, Verl, Borgholzhausen) nicht ganz unwahrscheinlich.

Schritt 10: Das Land verlassen /o

Es ist ganz egal, wie gründlich man war. Egal wie oft man noch einmal drübergelesen hat, wie oft man jede Zahl kontrolliert hat: Irgendeinen saublöden Fehler übersieht man immer. Jedes. Verdammte. Mal. Neulich hatte ich sogar mal einen Zahlendreher in der Handynummer, zum Glück nur auf einer Seite. Aber scheiß der Hund drauf: Den anderen Bewerbern ergeht es doch auch nicht anders.

„Nichts.“

Mrz
18

„Was ist los mit dir?“ – „Nichts.“ Was eigentlich so viel heißt, wie „Hör auf zu fragen, wenn ich darüber sprechen wollte, würde ich von mir aus schon den Mund aufmachen. Also ignoriere bitte mein Verhalten und lass mich in Ruhe mein Fort aus Pappkartons zuende bauen, in dem ich mich vor dir und dem Rest der Welt verstecken kann.“ Aber „Nichts.“ ist so viel bequemer. Und wahr. Denn eigentlich ist „Nichts.“. Die Arbeit ist nicht anstrengender als noch vor zwei Wochen, die Menschen nicht blöder, das Wetter sogar viel besser. Trotzdem nervt alles.

Frühjahrsmüdigkeit. Mir ist so, als hätte ich da letztes Jahr schon drüber geschrieben und nun finde ich es nicht mehr. Vielleicht brauche ich auch nach zehn Wochen durchpowern einfach mal einen freien Tag außerhalb des Wochenendes. Denn gerade fühle ich mich, wie Spiderman auf dem Lande: Aufraffen, Anlauf nehmen, den Sprung wagen, ins „Nichts.“ fallen. Wäre das hier ein Videospiel, hätte ich schon längst frustriert den Controller durch’s Wohnzimmer gepfeffert.

Ist es aber zum Glück nicht. Dennoch werden die kommenden Monate meinen Gesundheitsbalken wieder auffüllen müssen. Dafür weiß ich, dass das nächste Level viel weniger „Nichts.“ haben wird und stattdessen viele Dinge, die Halt bieten. Wollen wir mal hoffen, dass ich mit meinem Talent zur Selbstzerstörung dann nicht mit Schmackes vor irgendeine Wand springe.

Und wenn ich einmal traurig bin, denk ich an dieses GIF.

Wenn ich einmal groß bin, werde ich…

Feb
17

Tja. Das wollte schon vor 20 Jahren jedes Schulfreundealbum von mir wissen. Mit acht Jahren schrieb ich meistens Tierärtzin da hinein. Mit TeeZet. Dann wollte ich ganz kurzzeitig Polizistin werden. Aber wenn man sich auf dem Dorf mal so umschaut, bekommt man schnell den Eindruck, dass man da eigentlich nur Schützenfestumzüge absperrt und nachts Autos anhält. Was vermutlich auch stimmt. Also doch Architektin. Häuser zu entwerfen klang total cool. Bis mein Vater mir erklärte, wie das in der Branche so abläuft. Gerade als weibliche Architektin auf dem Bau. Und Innenarchitektin kam nie in Frage, ich hab’s generell nicht so mit Killefit und kunstvollem Dahindrapieren.

Groß bin ich nun schon eine Weile und zwei Studiengänge später mache ich irgendwas mit Medien. Irgendwas trifft es gerade ganz gut, denn obwohl ich offiziell nur die Stelle eines „Online Media Manager“ bekleide, mache ich alles querbeet. Das hat den Vorteil, dass man hinter zumindest weiß, was man im nächsten Job nicht mehr machen will. Anzeigenplanung zum Beispiel. Anzeigenverkäufer, also die am anderen Ende der Leitung, sind nämlich gemeinhin ziemlich penetrante Zeitgenossen, die außerdem auch noch äußerst schnippisch reagieren, wenn man ihnen sein Budget nicht in den Rachen werfen möchte. Dann wird aus dem Telefonschmuser schon mal der Telefonsatan höchstpersönlich, in dessen Gegenwart sich Teenagertöchter in der Pubertät beschämt die Ohren zuhalten würden. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ob ich nun will oder nicht, wird sich meine Position in den nächsten Wochen und Monaten verändern. Die Frage ist nur, ob ich da mitmachen möchte. Aus der Rolle des AvD käme ich dann in die des großen Delegators. Aber habe ich da wirklich Bock drauf? Ich hasse es stundenlang rumzudiskutieren, ob man einen Button nun Maigrün oder Grasgrün macht. Da bin ich mehr der Macher. Ausprobieren, Entwurf vorbereiten und im Zweifelsfall behaupten, dass der Rest irgendwie kacke aussah. Fertig.

Ich bewundere Leute, die sich auf einem ganz bestimmten Feld total gut ausgekennen, darüber bloggen oder Vorträge halten. Dieses eine Feld suche ich noch für mich. SEO/SEM lägen im Online Marketing natürlich nahe, aber das ist mir persönlich viel zu dröge. Zum Programmieren bin ich zu blöde. Für Social Media Marketing ist mein Drang zur übertriebenen Selbstverherrlichung zu klein. Und E-Mail Marketing ist das drunk texting der Kommunikationsbranche.

Also lasse ich mich mal überraschen, was die kommenden Monate so bringen. Vielleicht stolpere ich ja ganz aus Versehen in den Beruf, der mir das Nörgeln abgewöhnt? Auf dem Aktion-Mensch-Los in meiner Schreibtischschublade sollte meine Zukunftsplanung jedenfalls nicht unbedingt aufbauen. Wie sehr freue ich mich doch auf meine Karriere als Fensterrentner… aber bis dahin dauert es wohl noch gut 40 Jahre.

 

Nachtrag: Ich habe meine Berufung gefunden.

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Jahresendzeit-Klischee-Blogeintrag

Dez
30

Wer dieses ganzen Gute-Vorsätze-Quatsch nicht lesen mag, der möge nun oben auf dieses putzige, kleine [x] klicken und sich wieder seinem eigenen Leben zuwenden. Es ist ja sowieso in erster Linie ein Tritt in den eigenen Allerwertesten, an den ich sonst so schlecht drankomme.

2015 wird mein letztes komplettes Jahr als „Twen“ (junger Erwachsener zwischen 20 und 29, Anm. d. Red.) sein, da kann man ruhig noch mal durchstarten. Oder zumindest anfangs noch mal die Klappe ganz weit aufreißen.

Weniger Kilos

Das größte aller Klischees, ich muss es bedienen. Die zahlreichen Kneipenbesuche im legendären und oft besungenen Winterhalbjahr 2013/14 haben ihre Spuren hinterlassen. Hinzu kam die Eröffnung des Büro-Bäckers, dessen recht schmackhafte Backerzeugnisse der kalorienarmen Ernährung nicht gerade dienlich waren.

Über die Hälfte ist schon wieder runter, mal schauen, wo es über kurz oder lang noch hingehen wird. Die größte Herausforderung dabei: Das ein oder andere Wochenendbierchen im Ernährungsplan unterbekommen. Ganz wichtig.

Mehr Konzerte

Das erste Festivalticket liegt bereits neben mir, 2-3 weitere habe ich auch schon ins Auge gefasst. Vorausgesetzt, es lässt sich dieses grässliche Zelten irgendwie umgehen. Ich mache jeden Quatsch mit, aber nach so einem Tag brauche ich einfach ein weiches Bett und eine warme, saubere Dusche.

Hinzu kommen natürlich einige Einzelacts. Von denen hier weiß ich jetzt schon, dass ich sie dieses Jahr auf jeden Fall wenigstens einmal live sehen möchte: Against Me!, Farin Urlaub Racing Team, Monsters Of Liedermaching, Lagwagon und (wenn es der Kontostand zulässt) Social Distortion.

Weniger meckern

Ja, ihr habt richtig gelesen, ich will auf meine alten Tage tatsächlich versuchen, etwas entspannter zu werden (sorry, Salid). Dafür muss ich aber Dinge aus dem Weg schaffen, die mich aufregen. In erster Linie bedeutet das für mich, dass ich etwas mehr Ordnung in mein Berufsleben kriegen muss. Und genau das wird ein echtes Stück Arbeit. Ich lasse mich davon überraschen, wie der Lösungsweg hier aussehen kann.

Mehr menschliche Nähe

Also, ich habe da ja jetzt diese neue Matratze, die eingeweiht werden muss… ok, Scherz beiseite. Moment. War es ein Scherz? Da bin ich mir selber gerade nicht so sicher. Tatsache ist, dass 2014 recht ereignislos war, was die liebe Liebe anbelangt.

Bleibt die Frage, inwieweit man sich so ein Schicksalsding überhaupt zum Vorsatz machen kann. Nein, ich werde nicht mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gehen und mir ein Männchen erlegen. Auch wenn das ein schönes Kopfkino ist. Aber vielleicht bin ich wirklich mal ein bisschen weniger feige und ein bisschen weniger abweisend und ganz vielleicht trete ich dann damit nicht nur mir, sondern auch dem Schicksal in den Arsch.

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Geduldig sind die geistig Armen.

Feb
28

Mit Geduld hab ich’s nicht so. Dumme Menschen, trödelnde Menschen, Menschen in Fußgängerzonen, Menschen auf Rolltreppen und Menschen an Supermarktkassen haben eines gemeinsam: Sie lassen sich durch Menschen beim Bäcker noch toppen. Wahrscheinlich denkt nicht mal eine Amöbe langsamer als ein Rentner, der sich gerade zwei Kuchenstücke aussucht. Außer vielleicht so ein Halbgarer nachts um 3 bei McDonalds. Wo sonst lässt man sich jede einzelne Sorte einmal kurz ins Licht halten, bevor man sich für eines der Körnerbrötchen entscheidet? In 95% der Fälle übrigens für das gemeine Mehrkornbrötchen. Egal wie lange da vorher draufgeguckt wurde.

Auf dem Weg zwischen Stadtbahn und Büro hat nun vor nicht allzu langer Zeit endlich ein Bäcker seine Pforten für mich geöffnet. Für mich und für achtundneunzigtausend Schüler, Rentner und Hausfrauen mit Kinderwagen. So eine richtig stylische Butze mit Drive-thru und Mini-Pizzen und Grünkohl mit Pinkel auf Butterbrot. Heute Morgen hatte nun gefühlt der komplette Bielefelder Osten frei, um sich mal eines der famosen Techno-Frühstücke (die Dinger heißen wirklich so) schmecken zu lassen. Muss man wenigstens nicht mehr bis zu IKEA gurken und dort die Mitmenschen mit seiner Anwesenheit belästigen.

Dann steht man da als hochmotivierter Arbeitnehmer, möchte nur fix ein kleines Schokobrötchen für auf die Arbeit einsacken und dann steht man da. Zwei Bäckereifachverkäufer bedienen die Frühstücker, die Angestellte mit dem größten Wortschatz hat das Headset für den Drive-thru auf und vier Leute diskutieren, von welcher Seite man nun die offenfrischen Sunnys am besten zum Belegen aufschneidet. Ich plädierte für einen vertikalen Schnitt.

So durfte die junge Frau vor mir dann aus zahlreichen Töpfchen mit verschiedenen Marmeladen, Honig, Rübenkraut und sonstigen Aufstrichen ganze drei auswählen. Um das zu können, muss man natürlich wissen, was man mag. Und wer weiß das schon. Außerdem war kein Nutella dabei, was die Sache für den Durchschnittsdeutschen deutlich beschleunigt hätte. Kaum war diese schwere Hürde genommen (es gab, und nun haltet euch gut fest: Quark, Honig und Erdbeermarmelade) durfte sie für das Frühstück ihres Freundes auch noch auswählen. Und der bekam sogar ganze fünf Sorten. Der Freund hatte wahrscheinlich keinen Bock auf den Stress und auf sie und überhaupt und saß irgendwo zeitunglesend in der Sonne. Offenbar das Hirn in der Beziehung.

Plötzlich erhellte sich mein Blick, als sich eine zweite Bäckereifachverkäuferin auf mich zubewegte. Aber nur so lange, bis mein Blick auf den sehr sehr großen Teller in ihrer Hand fiel. Und auf Klaus. Er muss Klaus geheißen haben. Oder Jens. 138 Kilo, 1,72 m, Jeansjacke, Karohemd, kein Haupthaar. Klaus-Jens schob mich elegant beiseite und seine Augen leuchteten wahrscheinlich zum ersten Mal seit 24 Jahren auf, als die Frau hinter dem Tresen zu ihm sagte: „Sie dürfen sich sieben Sachen aussuchen.“

Dann bin ich gegangen.

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