The Day after the Day of the Doctor.

Da war es. Das von mir lang erwartete Doctor Who Special zum 50. Geburtstag der Serie. Und es war zum Glück wahrlich fantastisch.

Ich werde hier keine Zusammenfassung abliefern und auch nicht groß spoilern. Das dürfen gerne andere übernehmen. Nur so viel: Ich habe noch nie ein derartiges Publikum in einem Kinosaal erlebt. Was für eine Stimmung. Und das in Bielefeld! Links neben mir ein älteres Ehepaar, das wahrscheinlich schon die ersten Jahre der Serie aktiv miterlebt hat. Schräg vor mir ein kleines Mädchen, vielleicht vier Jahre alt. Mit einem Sonic Screwdriver der grün leuchtete, oben aufklappte und das typische Geräusch macht. Ich bin immer noch ein wenig sehr neidisch…

Generell war es faszinierend, wie viele Menschen mit DW Shirt, Bow Tie, Sonic Screwdriver und sogar Fez plötzlich durch das Cinemaxx liefen. Wenn einem ein Mittvierziger vom Typ verbeamteter Englischlehrer auf der Treppe in einem kompletten Eleventh Doctor Outfit entgegen kommt, ist das schon echt richtig irritierend. Aber schön. Richtig schön. Ich habe die relativ spontane Entscheidung, doch dafür ins Kino zu gehen, keinen Moment bereut. Ok, die Serientrailer von Fox mit der deutschen Synchro blende ich mal besser aus. Aber sonst war’s schon so ziemlich perfekt.

Coal-Hill-Anniversary

Ich habe das Special auch sicherlich nicht zum letzten Mal gesehen. Allein um die ganzen Anspielungen noch einmal bewusst wahrzunehmen, muss das noch mal sein. So bloody brilliant.

Das gilt natürlich auch für die Performance von Smith, Tennant und Hurt. Ich hätte mir gewünscht, dass Hurt mehr Screening Time für sich alleine bekomme hätte. Was macht diesen alten Mann aus, dass sich Milliarden Daleks vor ihm fürchten und der Ältestenrat der Time Lords ihn zeitgleich aber am liebsten selbigen zum Fraß vorwerfen möchte?

Vielleicht gibt es dazu ja irgendwann eine Minisode. Und vielleicht verrät mir dann auch jemand, wie Smith mit Clara auf dem Arm wieder aus seinem Time Stream herausgekommen ist. Diese Unwissenheit macht mich ganz kirre.

Doctor what?

Vorneweg die Warnung, falls jemanden das Thema sowieso schon nervt und er die Überschrift auch noch versehentlich überlesen hat: Achtung, Achtung, hier geht es um Doctor Who.

Eigentlich gibt es zwei Gruppen von Menschen: Die einen kennen und lieben die Serie. Der Rest guckt sich jetzt mal „Doctor Who explained in 25 GIFs“ vor dem Weiterlesen an.

Doctor Who wird dieses Jahr stolze 50, deshalb auch momentan das ganze Bohei um die Show. Na gut, zwischen 1989 und 2005 war, von einem Fernsehfilm mal abgesehen, Pause. Dennoch wird diese Laufzeit wohl höchstens noch von Agatha Christie’s Theaterstück The Mousetrap im Londoner West End getoppt. Ein tolles Stück übrigens. Und eine urige Location. Wer in London ist, sollte sich das ruhig einmal anschauen. Aber ich schweife ab.

Nächsten Samstag läuft die Jubiläumsfolge zum 50. Geburtstag und das weltweit fast zeitgleich sowohl im Fernsehen, als auch in vielen Kinos in 3D im Originalton. Und man höre und staune: Bielefeld macht mit. Ich habe ein wenig mit mir gerungen, ob ich wirklich mit ins Kino möchte. Doctor Who ist für mich sonntags mit Kaffee auf dem Sofa sitzen und wehe mich stört jemand. Sogar Twitter ist dann mal für eine Dreiviertelstunde aus. Ich werde vorsichtshalber die kleine Klappaxt im Handtäschchen haben. Falls jemand quatscht, kann ich dann direkt ein Exampel statuieren.

Zur Serie gekommen bin ich übrigens wie die Jungfrau zum Kind. Nacht einem Buffy-Angel-Marathon habe ich nach anderen Sachen mit James Masters gesucht und bin dabei auf eine sehr spezielle Torchwood-Szene gestoßen. Danach wollte unbedingt wissen, was die Geschichte dazu ist. Torchwood ist ein Doctor-Who-Spin-Off (man beachte das Anagramm) und somit habe ich den Gaul von hinten aufgezäumt. Ändert aber nichts daran, dass ich die Serie liebe und mich nun sogar an die allererste Staffel von 1963 gewagt habe. Und wer weiß, vielleicht komme ich am Samstag sogar mit den passenden Accessoirs?

Allons-y!

Sucht in Serie.

Ich bin sowas von dankbar für Halloween! Wieso? Weil der Großteil der aktuellen Serien für eine Woche pausiert. Ich komme nämlich schon gar nicht mehr hinterher. Das ist eine Sache, die ich aus meiner Studentenzeit vermisse: Wach werden, eine Folge von irgendwas gucken, Frühstück holen, eine Folge irgendwas anderes gucken (meistens Bones, ich bin schließlich beim Essen) und so weiter und so fort.

Wenn ich überlege, was ich alleine in den vier Jahren in Bielefeld an Serien inhaliert habe, dann weiß ich auch, wo meine Zeit geblieben ist. Dexter, Chuck, Doctor Who, Pushing Daisies, NCIS, Breaking Bad, TBBT, Castle, House, Friends, Simpsons, Monk, Buffy, White Collar, Angel, Torchwood, True Blood, Sherlock… Ich glaub, das ist ungefähr ein Sechstel. Und (Oh Graus!) so etwas wie Numb3rs oder Criminal Minds gucke ich ziemlich altertümlich gerne auch mal abends im Fernsehen auf Deutsch.

Bei schon fertig ausgestrahlten Serien werde ich dann tatsächlich regelrecht süchtig. Ich glaube, Buffy hatte ich komplett innerhalb der Semesterferien in nur einer Woche durch. Ist übrigens nicht gut für die inhaltliche Gestaltung von (Tag-)Träumen. Das nur mal so als Randnotiz. Ich bin auch alles andere als ein Genre-Nazi. Wie man auch anhand meiner Aufzählung wohl ganz gut erkennt. Die Figuren müssen einfach spannend genug sein, damit ich sie jede Woche wiedersehen möchte.

Wahrscheinlich findet man auch deshalb eher Bücherserien in meinem Regal, als einzelne Werke. Ich mag Figuren nicht so schnell gehen lassen. Zum Glück gibt’s für Menschen wie mich Autoren wie Anne Rice oder Markus Heitz (Ja, ich mag Monster). Und vielleicht gucke ich auch deshalb lieber Serien als Filme.

Eine Lieblingsserie ist ein wenig wie nach Hause kommen: Man kennt die Figuren, die Orte. Man will wissen, was es neues gibt. Ein Film ist hingegen wie ein kleines Abenteuer: Neue Gesichter, neue Erfahrungen und am Ende freut man sich müde und glücklich auf sein Zuhause.