Ms. Horrible’s Sing-Along Blog

Manchmal denke ich mir, es wäre schon ganz cool, wenn der Alltag einen Soundtrack hätte. Nein, mein Leben soll keine Musicalepisode haben. Ich möchte um Himmels willen nicht, dass vor mir jemand auf den Bürgersteig springt und mir „They got the mustard out!“ ins Gesicht schmettert. Außer die Nummer würde von Zach Braff performt, dann könnten wir da noch einmal drüber reden. Aber wenn über den Tag verteilt immer wieder Musik einsetzen würde, die Spannung aufbaut, vor einer gefährlichen Situation* warnt (*mir) oder alle im richtigen Moment zu Tränen rührt, fände ich das recht amüsant.

 

Nach dem vierten Snoozen

The first song of the day should give you a real good start
This song should remind all lovers to kiss before they part
Instead it’s often torture, it’s often pain
Sometimes those songs are liable to drive your mind insane

Bela B. – Lee Hazlewood & Das Erste Lied Des Tages

Radio am Morgen ist auch so ein totales Unding. Man mag es kaum glauben, aber euer Berufssonnenschein ist ein Morgenmuffel. Wer mich vor der zweiten Tasse Kaffee anspricht, riskiert seinen Kopf. Das gilt auch für Radiomoderatoren. Was meinen eigenen Kopf leider nicht davon abhält, regelmäßig mit den übelsten Ohrwürmern an den Start zu gehen. Ach, welch‘ Ironie.

 

In der Stadtbahn

It’ll take you as high as the Heavens
It’ll take you to the depths of Hell
It’ll make you friends, it’ll take your friends
Who will never live to tell

Social Distortion – Drug Train

Es gibt eine eisenere Regel in Bielefeld: Die komischen Vögel fahren immer Bahn. Gerade auf dem Weg zur Arbeit, wo man sowieso immer die selben Leute sieht und deren Eigenheiten genauestens unter die Lupe nehmen kann. Ein schier endloser Trip. Naja, wahrscheinlich finden die mich nicht weniger skurril.

 

Was mache ich eigentlich hier?

Everybody wants to be an astronaut
And take the long tall trail into the stars
Everybody wants to show a brother what they got
Everybody wants to be an astronaut

Royal Republic – Everybody Wants To Be An Astronaut

Die späte Erkenntnis nach dem ersten Blick in den Posteingang: Hätte ich doch bloß etwas gescheites gelernt. Astronaut. Cowgirl. Verrückter Professor. Hauptsache irgendetwas ohne Kunden.

 

Der Lichtblick

The waiting seems eternity
The day will dawn of sanity
Is this a kind of magic?
It’s a kind of magic

Queen – A Kind Of Magic

Hat da etwa gerade etwas geklappt? Kam da wirklich ein Lob? Dann ist jetzt der richtige Moment, um eine Runde um die Schreibtischinsel zu tanzen, die Kaffeetasse durch die Luft zu wirbeln und sich selbst zu feiern. Ällabätsch, ich bin klug und ihr seid’s nicht.

 

Zu früh gefreut

Do you remember
when you were young and you wanted to set the world* on fire?

*this place
Against Me! – I Was A Teenage Anarchist

Wie uns die Emma kürzlich lehrte, werden Amokläufe fast ausschließlich von Männern begangen. Ich kann persönlich nicht bestätigen, dass Frauen seltener den Drang verspüren, einfach einmal alles anzuzünden. Denn aktuell hilft mir nur die gelegentliche Lektüre eines Dilbert-Comics , damit ich mir überhaupt noch irgendwie einreden kann, dass das alles so vollkommen normal ist.

 

Gute Nacht

Must it take a life for hateful eyes
To glisten once again
‚Cause we find ourselves in the same old mess
Singin‘ drunken lullabies

Flogging Molly – Drunken Lullabies

Wer sich regelmäßig abends mit den Worten „Wie immer.“ verabreden kann, der kann auch von „the same old mess“ sprechen. Könnte schlimmer sein.