Advent, Advent, die Anna brennt.

Der größte Hohn
an der Religion?

Die kalendarische Lage
der Brückentage.

Hätte Jesus da nicht ein bisschen mehr zwischen den einzelnen Stationen trödeln können? Im Frühjahr wird innerhalb von zwei Monaten ratzfatz alles abgefeiert, was die Kirche an Ausreden für exzessives Glockengeläut zu bieten hat:

Karfreitag: Always look on the bright side of life.
Ostermontag: All hail to the Karnickel.
Tag der Arbeit: Alles außer arbeiten.
Christi Himmelfahrt: Vatertag für Besserwisser.
Pfingstmontag: Hauptsache ein Montag weniger.
Fronleichnam: Weiß man nicht.

Ich bin stark für die Einführung von 2-3 weiteren Feiertagen inklusive Brückentagen im September und Oktober. Möglichst flexibel, damit man die je nach Wetterlage nehmen kann. Dabei wäre mir auch vollkommen latte, was wir zu feiern gedeken. Den Tag des Mähdreschers vielleicht, um den Beginn der Heuernte einzuläuten. Oder Zugvogeldonnerstag. Das Fest des heiligen Kastanienmännchens. Bei Allerheiligen hat die Willkür ja auch einen ganz guten Job gemacht.

Neues von aufer Maloche.

Ich scheine in letzter Zeit so oft und vor allem so überzeugend über meine Arbeit zu motzen, dass sich konkrete Jobvorschläge häufen. In der letzten Woche gab’s gleich zwei, als gibt’s nun diesen Blogeintrag. Da seid ihr selber schuld, würde ich mal sagen.

Vorneweg: Ich dürfte gerade nirgendwo neu anfangen. Wenn ich mich ab kommender Woche offiziell „Online Marketing Consultant (IHK)“ schimpfen darf, beginnen damit auch zeitgleich 365 Tage vertraglicher Bindung an die Firma. Das hab ich mir selbst eingebrockt, dafür wurde mir aber auch die Weiterbildung bezahlt. Als ich den Zettel im letzten Frühsommer unterschrieb, war beruflich bei mir gerade alles top. Ein spannendes, breites Aufgabenfeld, nette Kollegen, alles toll. Danach kam einiges zusammen, was die meisten von euch aber im Detail überhaupt nichts angeht. Der kleine Rest darf mich beim Bier direkt fragen. Sagen kann ich, dass es da gerade zu viel Stress und zu viele zwischenmenschliche Spannungen gibt. Eine fiese Mischung. Zum Glück steht meine kleine Marketing-Abteilung über den Dingen. Cooler Haufen halt.

Nun kommen wir aber auch schon zur unangenehmen Wahrheit: Ich will da gar nicht weg. Denn irgendwie ist es genau das, was ich jetzt gerade machen möchte. Ich habe viel Abwechslung, für eine Berufsanfängerin viel zu sagen und ein gutes Team um mich herum. Leider mutet man genau diesem Team momentan viel zu viel zu. Und bald bin ich auch keine Junior Medientante mehr, sondern nur noch Medientante. Dann kommt die Sache mit der Verantwortung ins Spiel. Stichwort Projektleitung. Und damit meine ich nicht die Orga bei der Umsetzung der neuen Website. Nö, ich schmeiße dann bald das Marketing für unser größtes Event. Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich kein Händchen für Budgetplanung hätte, aber wenn’s damit so läuft, wie mit meinem Gehalt, dann ist der Topf schon nach der ersten Jahreshälfte leer. Upps.

Aber was soll ich hier vor mich hin spekulieren und mich jetzt schon selbst verrückt machen. Es wird schon einen Grund geben, weshalb man mir das zutraut. Natürlich hab ich total Schiss vor dem Stress. Aber wenn ich das gemeistert habe, kann mich beruflich wahrscheinlich gar nichts mehr umhauen.

Suit up.

Hoodie, Jeans und Chucks. Zum Glück habe ich 95% der Zeit einen Job, in dem ich nicht sonderlich seriös rüberkommen muss. Höchstens am Telefon. Alles andere wäre auch totaler Quatsch, denn dann bräuchte ich ja zwei Kleiderschränke für diese zwei Persönlichkeiten.

Die nächste Woche gehört leider zu den restlichen 5 Prozent. Da bin ich dann die stets freundliche Dienstleisterin im Blazer. Smalltalk ist Pflicht, dumme Fragen gibt es nicht. Total mein Naturell. Menschen mit Samthandschuhen anpacken und auch das größte Arschloch ist König Kunde. Ich werde ganz ganz viel twittern müssen. Gewisse Personen dürfen sich jetzt schon freuen.

Eigentlich ist genau das auch das Problem und nicht die Kleidervorschrift. Schließlich muss ich weder Krawatte tragen, noch 10 Stunden am Stück in unbequemen Schuhen herumlaufen. Je schlunziger der Alltagslook, desto anspruchsloser ist der Chef beim Businessoutfit. Und Blazer und Blusen stehen mir gar nicht mal schlecht. Aber die Karnevalsklamotte kommt halt direkt eingebauter mit Maske für den Charakter.

Und dennoch: Diese Maskerade ist auch gleichzeitig der Endspurt nach fünf Monaten Arbeiten am eigenen Limit. It’s the Final Countdown. Dududu du duuuu. Yeah.

Ten little office pals.

Ten little office pals discussing a design;
One voted for a comic font and then there were Nine.

Nine little office pals working very late;
One forgot to tell his wife and then there were Eight.

Eight little office pals hiding their safe haven;
One told the boss about it, though, and then there were Seven.

Seven little office pals heard their music mix;
One asked for Miley’s brand new song and then there were Six.

Six little office pals sharing a hard drive;
One hit „format“ on Friday night and then there were Five.

Five little office pals had their office door;
One just never shut the thing then there were Four.

Four little office pals loving strong coffee;
One bought decaf by mistake and then there were Three.

Three little office pals talking on the loo;
One forgot to wash his hands and then there were Two.

Two little office pals sitting in the sun;
One shut the blinds to keep it out and then there was One.

One little office pal left all alone;
She went and burned the whole thing down and then there were None.

Stressgetestet.

Neulich beim Gesundheitscheck im Fitnessstudio: „Haben Sie Stress auf der Arbeit?“ Haha, der war gut. Wer mich auf Twitter liest, der weiß, dass ich mich gelegentlich dazu auch mal äußere. Gerne auch von dem ein oder anderen nicht ganz so feinen Ausdruck untermalt. Aber selber schuld.

Im Studium war mein Plan bloß nicht in einer Agentur zu landen. Das Agenturleben ist ja so furchtbar stressig und diese Arbeitszeiten… nee. Nee! Nicht mit mir. Ok, mit etwas Nachdenken hätte ich darauf kommen können, das mein jetziger Arbeitgeber auch so etwas wie eine Event Agentur ist. Ich dummes Kind. Es sind zwar momentan nur zwei „Events“, die wir da organisieren, aber die auch wirklich von A bis Z. Und 2-3 Monate vor dem Veranstaltungstermin öffnet der Stress die Schleusen über dem Marketing und dann steht man halt mal von August bis März durchgehend unter Strom.

Eigentlich mag ich Stress. Stress lässt mich produktiv werden, weil ich unter Druck besser funktioniere. Die Kunst der Prokrastination beherrsche ich nämlich sonst aus dem Effeff. Schon im Studium fand ich es extrem super mal eine Woche am Stück vom Aufwachen bis zum Einschlafen alles für ein Filmprojekt zu geben. Bis man sich denkt „Zieht ohne mich weiter, ich bleib jetzt einfach hier liegen“.

Aber irgendwann reicht’s auch. Dann braucht man plötzlich eine halbe Stunde um eine Seite Text zu lesen, schickt dreimal hintereinander das falsche Dokument raus und der ganze Körper schmerzt. In so einem Moment heißt es die Notbremse zu ziehen. Wenn nicht mehr geht, dann geht halt nicht mehr. Punkt. Zum Glück steht mir in einer Woche ein langes Wochenende ins Haus, es wird dringend benötigt.